Der Vergaser
Das unbekannte Teil
von Albert Gerold und H. Stuempfig
Dieser Beitrag ist auch zu finden auf
der Internetseite des VDH
Da meine Anleitung zum Einstellen der Zenith Vergaser 35/40 INAT im Forum auf großes Interesse gestoßen ist, schreibe ich nun diesen Artikel. In den Flosskeln kann man das Thema viel ausführlicher mit Fotos und Zeichnungen behandeln. Laut Clubstatistik fahren ca. 600 Mitglieder mit diesen Vergasern. Die Vergaser wurden 230 S (W111), 250 S und 280 S (W108), 230.6 (W114) und teilweise im 220 S (W111) und 230er (W110) verbaut.
Als Unterlagen für diesen Bericht dienten mir die Werkstatt-Handbücher W108-113 und W110-113, ein Handbuch von Zenith sowie eigene Erfahrungen. Ich habe schon vor Jahren die Vergaser überholt und selber wieder eingestellt. Im ersten Teil werde ich die Funktion des Vergasers erläutern. Im zweiten Teil schildere ich das Zerlegen und Zusammenbauen des Vergasers und dann das wohl wichtigste: Das Einstellen. Viele meinen, das es mit Drehen an der Leerlaufgemisch-Regulierschraube (6) und an der Leerlauf-Einstellschraube (57) erledigt ist. An der Leerlauf-Anschlagschraube (27) darf eigentlich gar nicht gedreht werden.
Der Zenith-Vergaser 35/40 INAT ist ein Stufenvergaser mit Saugrohrweiten von 35 mm in der ersten und 40 mm in der zweiten Stufe. Er findet überwiegend als Zweivergaseranlage in großvolumigen Motoren Verwendung. Der Vergaser besteht aus vier Haupteilen:
Drosselklappenteil
mit Drosselklappen, Leerlaufgemisch-Regulierschraube und Übergangsbohrungen
Schwimmergehäuse
mit Mischkammer und Luftrichter für die I. und II. Stufe
Platinenblock
mit sämtlichen Düsen, Beschleunigerpumpe, Schwimmer und Schwimmer- kammer-Belüftungsventil
Vergaserdeckel
mit Starterklappe, Leerlaufluftbohrung und Übergangsluftbohrungen.
Das Drosselklappenteil (17) ist von unten an das Schwimmergehäuse (11) geschraubt. In dem Drosselklappenteil (17) befinden sich die Drosselklappenwellen (43) mit den angeschraubten Drosselklappen (7+16) . Der Drosselhebel (30) ist auf der Drosselklappenwelle (43) der I. Stufe, der Gelenkhebel (31) auf der Drosselklappenwelle der II. Stufe befestigt. Die Gesamte Startautomatik ist am Drosselklappenteil (17) befestigt und ist mit der Drosselklappenwelle (43) der I. Stufe verbunden. Außerdem befinden sich am Drosselklappenteil (17) noch die Leerlaufgemisch-Regulierschraube (6) und das Anschlussrohr für die Unterdruckentnahme. Nach unten ragen vier Gewindestifte zum Befestigen an das Ansaugrohr heraus. Zwischen Drosselklappenteil und Schwimmerkammer liegt ein Isolierflansch.
Das Schwimmergehäuse (8) beherbergt die beiden Mischkammern und die Schwimmerkammer (13) . In den Mischkammern sind die Luftrichter (15) eingegossen. Außen am Schwimmergehäuse (8) ist die Unterdruckdose (36) zum aktivieren der II. Stufe angeschraubt, sowie der Betätigungshebel (5) . Der Betätigungshebel (5) ist über eine Feder (29) und der Kunststoff-Verbindungsstange (12) (Leerlaufeinstellschraube) mit dem Drosselhebel (30) der I. Stufe verbunden. Bei Automatikmotoren sitzt an dem Schwimmergehäuse (8) des hinteren Vergasers auch noch der Unterdruckregler (63) . Der Unterdruckschlauch wird an der Unterdruckentnahme des Drosselklappenteils (17) angeschlossen. Zwischen Schwimmergehäuse (8) und Platinenblock (21) liegt eine Dichtung.
Der Platinenblock (21) ist mit Zylinderschrauben am Schwimmergehäuse (8) befestigt. Er nimmt die Teile für die Aufbereitung des Kraftstoff-Luftgemisches auf. Der Düsenstock ist fest angegossen. Hier sind die Hauptdüsen (11+12) und die Übergangsdüsen (14) für die II. Stufe von unten eingeschraubt. Die kalibrierte Leerlauf-Kraftstoffdüse (10) ist eingehangen. Über den Hauptdüsen (11+12) sitzen die Mischrohre.(26) Sie werden von den von oben eingeschraubten Luftkorrekturdüsen (23+24) festgehalten. Das Schwimmernadelventil ist von unten in den Platinenblock eingeschraubt. Darunter befindet sich der Schwimmer (42). Die Achse des Schwimmers wird von einem Halteblech mit Zylinderschraube gehalten. Die Beschleunigerpumpe mit dem Pumpendruck (41) - und Pumpensaugventil (40) sowie den inneren (2) und äußeren (3) Pumpenhebeln sind auch am Platinenblock (21) angeschraubt. Die Austrittsarme (18) in den Mischkammern werden mit Halteschrauben, die außen am Platinenblock (21) sitzen, in ihren Sitz eingedrückt. An den Austrittsarmen (18) sind die Vorzerstäuber (19) angegossen. Die Aufnahme für die Schwimmerkammerbelüftung (4) sitzt außen am Platinenblock (21). Am vorderen Vergaser sitzt das Kraftstoff-Rücklaufventil (62) . Zwischen Platinenblock (21) und Vergaserdeckel (20) liegt eine Dichtung.
Der Vergaserdeckel (20) i st auf dem Platinenblock (21) mit den Zylinderschrauben befestigt, die auch den Platinenblock (21) auf dem Schwimmergehäuse (8) halten. In der I. Stufe des Lufteinlasses lagert die Starterklappenwelle mit der Starterklappe (1). Die Verbindungsstange(53) verbindet den Starterhebel mit der Startautomatik. 
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